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Gyöngyös

Stadtbesichtigung

Wo sich die bewaldeten Berghänge der blauen Mátra und der nördliche Rand des „Alföld” – das Gebirge und die Tiefebene – treffen, befindet sich Gyöngyös, die zweitgröβte Stadt des Komitats Heves, das „Tor zu Mátra” in einer reizvollen Gegend.

Sie liegt 80 km nordöstlich von Budapest entfernt und ist das kulturelle, wirtschaftliche und Fremdenverkehrs-zentrum der Mátra-Gegend. Der NAme der Ansiedlung wurde zuerst 1261 als Gungus erwähnt, dann wurde Gyöngyös vom Anjou König Róbert Károly 1334 zum Marktflecken erhoben und mit Privilegien versehen. Die Stadt entwickelte sich durch den Weinanbau und die Weinproduktion, sowie durch die Handelswege über die Stadt und den ständigen Markt rasch, wozu auch der im XIV. Jahrhundert in der Stadt angesiedelte Franziskanerorden beitrug. Von 1546 bis 1687 befand sich Gyöngyös unter türkischer Herrschaft, aber als Privatbesitz des Sultans erhielt sie mehr Schutz, deshalb konnte der Weinanbau, die Weinproduktion und der Handel, besonders der Weinhandel weiter blühen. Am Anfang des XVII. Jahrhunderts tauchten die Innungen auf. Die Stadt spielte eine wichtige Rolle während des Rákóczi Freiheitskampfes gegen die österreichische Monarchie zwischen 1703 und 1705, aber das brach keineswegs die nach der Vertreibung der Türken einsetzende Urbanisation. Scon damals bestimmten die im Barockstil gebauten Gebäude das Stadtbild. Ein schwerer Schlag für Gyöngyös und seine Umgebung war des Wüten der Phylloxera, der die Weingarten am Ende der 1880 Jahre vernichtete, was den für die Stadt so wichtigen Weinanbau und die Weinproduktion zu Grunde richtete. Trotzdem wurden zur Jahrhundertwende die Kommunalanlanen in Betrieb gesetzt und neue Wege gebaut, es wurden Bäume gepflanzt, die Stadt wurde immer schöner. Am 21. Mai 1917 setzte ein Funke in der Wäscherei des Krankenhauses die ganze Stadt in Flammen. Es entstand ein groβer Brand, der den gröβten Teil der Stadt ruinierte, 549 Häuser und 1400 Nebengebäude wurden vernichtet. In der Katastrophe kamen 11 Menschen ums Leben und mehr als 8000 blieben obdachlos. Die Löscharbeit war durch den Wassermangel gehemmt. So wurde das Löschwasser in Eisenbahnkesselwagen geliefert, aber auch der Weinvorrat der stedt wurde zu diesem Zwecke verwendet! Zwei Tage nach dem Brand besuchten Karl IV. und seine Gemahlin die Stadt. Der König verabschiedete ein Gesetz über den Wiederaufbau , den er mit einer Gabe von hohem Wert unterstüzte. Für den Wiederaufbau von Gyöngyös begann eine landesweite Sammelaktion und nach dem I. Weltkrieg begann der Aufbau nach Plänen von Architekturprofessor László Warga und danach erhielt die Stadt ihr heutiges anziehendes Antlitz. Nach 1945 dehnte sich Gyöngyös aus, auβerhalb der Innenstadt wurden neue Wohnsiedlungen errichtet. So bewahrte die relativ kleine Innenstadt ihren Charme und ihre Stimmung.

 

Das Zentrum der Stadt ist der viereckige Hauptplatz. Seine heutigen Form erhielt er nach dem Feuer von 1917 bzw. Nach der Rekonstruktion im Jahr 2000. Auf dem ehemaligen Marktplatz stehen das alte Rathaus und die noch aus dem Mittelalter stammenden Häuser der Gutsherren und reichen Bürger der Stadt, die in ihrer heutigen umgebauten Form ein besonderes, in Ungarn anderswo nicht erlebbares, einheitliches und ruhiges Stadtbild geben. Die Nr. 10 des Hauptplatzes, das ehemalige Grassalkovich-Haus (1.), ist ein zweistöckiges Barockgebäude, es beherbergt heute die Stadtbibliothek. Hier befindet sich auch Tourinform – Büro und die ständige Ausstellung der Gemälde von Lipót Hermann, und die Lajos Huszár Münzkabinett. Diese Kollektion ist in Ungarn einmalig und wurde vor kurzem der Stadt Gyöngyös als Geschenk übergeben.  Beim Verlassen des Gebäudes lohnt es sich zurückzublicken, um  das Wappen der Familie Grassalkovich  in barockem Stil zu besichtigen.

 

In der Nr. 13 befindet sich das heutige Rathaus (3.), ein einstöckiges im spät eklektischen Stil, stark auf Barockgrundlagen ungestaltetes Gebäude. In seiner Fassade ist das Stadtwappen zu finden, dessen hauptmotive – die goldfarbene Sonnenscheibe, die Mondsichel mit menschlichem Gesicht un der Wolf – den Platz ebenso schmücken wie die an seinen 4 Ecken plätschernden Springbrunnen, die im Jahre 2000 errichtet wurden. Das vierte Motiv am Springbrunnen an der südostlichen Ecke des Platzes ist die Weintraube.

Hinter der klassizistischen Fassade des Orzy Hauses Hauptplazt Nr. 11. verbergen sich gotische Gebäudeteile.

 

Auf dem neuen Steinkranz des südlichen Teil des Platzes bei der Rekonstruktion aufgeschlossenen Brunnens (4.) sind die in Stein gravierten Wappen der Partnerstädte von Gyöngyös – das dänische Ringsted, das österreichische Zeltweg, das rumänische Kézdivásárhely und das finnische Pieksämäkki- zu sehen.

 

In südliche Richtung von diesem Platz befindet sich, in einem kleinen Park, das Denkmal der 6. Husarentruppe (Würtenberger Husaren) (5.). Das Standbild stellt einen Husaren dar, der sein Scwert prüft. Es stammt von Sigmund Strobl Kisfaludy. Es wurde 1932 von der Stadt errichtet.

 

Die Vármegyeház Straβe führt westlich vom Hauptplatz entlang der jenseitigen Seite des Baches Gyöngyös zur ehemaligen Husarenkaserne, dem sogenannten Komitatshaus (6.). Die endgültige Form erlagte das zweistöckige, in der Mitte des XVIII. Jahrhunderts errichtete Gebäude im Jahre 1929. Über seinem mit einem Balkon versehenen Haupteingang ist das alte Wappen vom Komitat Heves zu sehen.

 

Gegenüber dem Komitatshaus, auf der östlichen Seite des Baches Gyöngyös steht die zwischen 1816 und 1820 gebaute klassizistische Synagoge (7.), deren Architekt, der hier geborene Károly Rábl war. Die daneben stehende groβe, neue, eine Kuppel besitzende Synagoge wurde 1930 gebaut, nach dem Entwurf von Lipót Baumhorn.

 

An der Arpad Puky Gasse gehen wir zurück zum Hauptplatz. Die Gasse wurde nach dem langjährigen Bürgermeister, Arpad Puky, ernannt, der ebenfalls im Krieg weichen musste und in großer Armut starb.

Wir erreichen am Hauptplatz das Gebäude 9, welches 1911 nach den Plänen von Valéz Mende erbaut und der Bank des Komitates Heves (Allg. Bank) AG Platz gegeben wurde. Das Gebäude ist deshalb  erwähnenswert, weil es das erste in Eisenbeton erstellte Gebäude in Ungarn war. Das Haus beherbergt heute das Kasino der Landesverteidigung (8.).

Nun schreiten wir zum Haus Hauptplatz 8. Dieses Haus war seinerzeit Johannes Almasy’s Wohnhaus, eineTafel an der Stirnseite erinnert an 1703, wann der Vizegespann die Bevölkerung des Komitates aufforderte, an dem Freiheitskampf von Rakóczi teilzunehmen.

Während der letzten 200 Jahren wurde das Gebäude des Öfteren umgebaut, 1883 bewohnte es Kolos Hanak, Kurienrichter. Er wurde auch Ehrenbürger der Stadt. An der schmiedeisernen Balkonbrüstung sind seine Initialen, HK, sichtbar.

Ein weiteres Haus ist die Nr 2, an dessen Stelle stand die Residenz des Freiheitskampf-Führers Franz Rákóczi II (9.). Der Fürst hat hier 1704 (zwischen 18. und 29. März.) mit Paul Szecheny, Erzbischof von Kalocsa, der ebenfalls ein Sohn der Stadt Gyöngyös war, verhandelt.

Die Friedensverhandlungen haben aber keinen Erfolg gebracht. Neuere Besprechungen begannen am 28. August 1704, nach Aufforderung des Kaisers mit Erzbischof Széchenyi, aber auch diese brachten nur Teilerfolge für einen Waffenstillstand.

Vom ehemaligen Rákóczi-Haus besteht heute nur mehr ein Türrahmen von 1731, aus Stein gehauen. An der Stelle des Hauses wurde nach den Plänen von Desiderius Frend der Palast der Kommerzial und Ökonomische Bank AG, an dessen Eingang wurden obige geschichtlichen Ereignisse aufgeführt.

Im nördlichen Teil des Hauptplatzes befindet sich an der Kreuzung von 4 Straβen die imposante St. Bertalan Pfarrkirche (10.) mit zwei Türmen im Barockstil, die „Groβe Kirche”. An seiner Stelle stand in der zweiten Hälfte des XIII. Jahrhunderts ein viel kleinere Kirche, die erst um 1350 dann am Ende des XV. Jahrhunderts in eine der gröβten Hallenkirchen des damaligen Ungarns umgebaut wurde. Die groβen gotischen Zwillingfenster auf beiden Seiten der Aspis sind heute auch noch zu sehen.

Die gotische Kirche wurde von 1746 bis 1756 im Barockstil umgebaut. Die Türme wurden etwas später, der nördliche zwiscen 1772 und 1773 bzw. der südliche 1815 errichtet. Beim Feuer von 1917 erlitt die Kirche groβe Scäden, anschlieβend erhielten die Türme ihre heutige einfachere Form. Die einheitliche Barockeinrichtung im Innern wurde im XVII-XVIII. Jahrhundert angefertigt. Eine besondere seltenheit der Kirche stellt das gotische Taufbecken aus Bronze aus dem XV. Jahrhundert dar. In einer kleinen Nische an der äuβeren, südlichen Seite des Hauptschiffs ist das vereinigte Wappen von Tamás Széchenyi und seiner Frau aus 1335 zu sehen. Am südlichen Seitentor steht eine einfache Gedenkglocke zur Erinnerung an die Feuerbrunnst im Jahre 1917.

 

Gegenüber dem westlichen Haupteingang der St. Bertalan Kirche steht auf einer niedrigen Säule die Ganzstatue vom König St. Stephan (11.) – das Werk von Pál Kő.

 

Östlich von der St. Bertalan Kirche, hinter der gotischen Aspis steht in der Achse der Kossuth Lajos Straße das einstöckige Barockgebäude des ehemaligen Jesuiten-, später Franziskanergymnasiums. Heute dient es als Musikschule (12.). In der Nischen der 1752 gebauten, aber später mehrere Male umgestalteten Ostfassade sind die Holzstatuen von Sankt Ignaz und Sankt Franz zu sehen (die Originale befindet sich im Mátra Museum). Vor der Fassade gleichfalls eine Marie Statue aus dem XVIII. Jahrhundert.

 

Südlich von der Mária Statue in der Bertalan Straße Nr. 3 ist das römisch – katolische Pfarramt der Oberstadt, das ehemalige Almássy Haus oder unter seinem allgemeinen bekannten Namen, das Sanktkronenhaus (13.). Im ersten Stock des Barockgebäudes aus dem Jahre 1784 wurde die ungariche Krone zwischen 1806 und 1809 dreimal verwahrt. Daran erinnert das große Fresko an der Decke der heutigen Schatzkammer im großen Saal des ersten Stocks. Hinsichtlich des Reichtums der Schatzkammer der St. Bertalan Kirche ist sie die dritt bedeutedste kirchliche Schatzkammer, wo Messkleider, Bücher, Statuen undunter anderem 43 Goldschmiedarbeiten, davon 12 mittelalterliche Kelche und Monstranzen aufbewahrt werden.

 

An der Ecke der Lajos Kossuth und Koháry Straßen steht die zwischen 1775 und 1779 gebaute Sankt Erzsébet Kirche. Hinter ihrer einfachen Barockfassade befindet sich eine Gruft unter dem Sanktuarium, die während der Rekonstruktion freigelegt wurde. An der Straßenfront des südlich der Kirche errichteten, ehemaligen Hospitals, dessen unterer Stock 1761 erbaut wurde, ist eine liebliche Sankt Erzsébet Barokstatue in einer Nische zu sehen.

 

Das ehemalige Orczy Schloss (14.), das heutige Mátra Múzeum (Lajos Kossuth Straße Nr. 40.), das im XVIII. Jahrhundert im Barockstil gebaut wurde, bekam seine harmonische klassizistische Fassade um 1826 nach den Plänen von Lörinc Zofahl. Das freistehende, einstöckige Schloss mit quadratischem Grundriss wurde von einem englischen Garten umgeben. Im schmiedeeisernen Zaun des Parkes verzieren je zwei gemeißelte Löwen die Toren. In beiden Ecken hinter den etagenförmigen Glorietten sind die auf niedrigen Sockeln um 1840 geschaffenen, liegenden Löwenfigured von István Ferenczy zu sehen. Die reiche Ausstellung über Heimatforschung, Jagd und die naturwissenschaftliche Vorstellung der Mátra kann ganzes Jahr besucht werden.

 

Am Treffpunkt von Kossuth Lajos- und Koháry Straße steht auf mittelalterlichen Grundsteinen die um 1775 bis 1779 gebaute Sankt Elisabeth Kirche (15.). Die einfache barocke Stirnseite schützt der Altar, worunter sich eine Krypta befindet. Im Jahre 1994 hat man die Kirche zustande gestellt / restauriert  und die Funde im Mátra-Museum untergebracht. Im 17 Jhd. kamen viele Bewohner aus der Slowakei, die mehrheitlich Reformierte waren. Die Franziskaner haben über viele Jahre Messen  für diese Bevölkerung in slowakischer Sprache   in der Elisabeth Kirche gehalten.

Im 20. Jhd. war sie anfangs noch eine Kirche für Studenten. In den Jahren 1943-44 wurde die Kirche erneuert. Die Malerei erfolgte von Ludwig Marton. 1944 wurde sie bei einer Bombardierung  beschädigt, und bis 1994 stand sie – quasi als Ruine – leer und wurde als Lager genutzt.

Der weitere Weg war eigentlich früher schon außerhalb der Stadtgrenze. Südlich der Kirche ist ein Hospital gebaut worden. Am unteren Niveau, das man 1761 baute, ist in einer Nische an der Straßenseite eine nette barocke Sankt Elisabeth Statue. Arme, hilflose, kranke Menschen hat man hier gepflegt.

 

Vor dem Weinpalast (16.) spazieren wir weiter. Am Platz der ehemaligen Löwen-Gastwirtschaft wurde von der Weinbauer- Genossenschaft AG der Gyöngyös-Visonta Weinbauer erbaut  Dieser wurde in einem schönen eklektischen Stil im Jahre 1907 erbaut . Die Kellerei unterhalb des Gebäudes ist sehr modern und fasst etwa 40’000 hl. Wein. Heute ist dies die größte Kellerei der Stadt Gyöngyös. Vor dem Gelände ist die Bronzestatue „Weinbauarbeiter“ von Alexander Kligl aus Szeged zu sehen, die 1988 beim Weinlesefest eingeweiht wurde. Die Stadtväter wollten damit den Arbeitern ein Denkmal setzen, diesen Männern und Frauen, die mit der speziellen Hacke aus Gyöngyös arbeiteten.

Wir erblicken schon den Autobus- Bahnhof, der noch heute der größte im Lande ist..

Im südöstlichen Teil der Gyöngyöser Inenstadt auf dem Barátok Platz steht die eindrucksvolle Gebäudegruppe der Franziskaner Pfarrkirche und des Klosters (17.). Mit dem Bau des Ordenshauses und der Kirche wurde in der zweiten Hälfte des XIV. Jahrhunderts begonnen. Laut schriftlichen Quellen wurde die mittelalterische gotische Gruppe 1494 fertig, die von den Türken 1526 verwüstet und von den Franziskanern 1531 wieder neu aufgebaut wurde. Im XVIII. Jahrhundert wurde die Kirche im Barochstil umgestaltet, aber man bewahrte seinen gotischen Charakter in einem Schiff. Das sehenswerte spätgotische Gewölbe seines Sanktuariums wurde eine große rote Gedenktafel aus Marmor zu Ehren der Kuruc – Generales Vak Bottyán angebracht. Der alte Turm der Kirche stammt aus dem XIV. Jahrhundert und der Barockfassadenturm aus dem Jahre 1746. Die Kirche wurde in der Feuerbrunst von 1917 schwer beschädigt, der Wiederaufbau erfolgte zwischen 1920 und 1937. Das an die nördliche Seite der Kirche anschließende, bis heute wohleraltene einstöckige Kloster wurde zwischen 1701 und 1727 errichtet. Durch das verzierte Klostertor neben dem Haupteingang der Kirche kann man in den südlichen Trakt gelangen, wo auf der ersten Etage der an Frühdrucken reiche Bestand der Franziskaner Bibliothek (18.) zu finden ist, die mit ihren 16.000 Bänden einen unschätzlichen Wert darstellen. Im Vorraum der Bibliothek ist eine ständige Ausstellung über das Leben des Franziskanerordens zu besichtigen.

 

Neben der Franziskanerkirche im südlichen Teil des Barátok Platzes kann das 52 m2 große bemahlte Glasfenster der Vorhalle des 1978 gebauten Mátra Kulturhauses (19.) die Aufmerksamkeit erregen. Auf der mit entflammten Farben bemalten Glasoberfläche erscheinen die Motive des Lebens